Prognose 2022 für den Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau erwartet enorme Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine. Das wurde in der 13. Blitzumfrage des VDMA Anfang März deutlich. 85 % der ca. 550 Teilnehmer sehen ein gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte, wobei der Großteil die massiven Auswirkungen in den indirekten Folgen des Krieges sieht, wie:

  • der Energieverteuerung
  • der allgemeinen Verunsicherung
  • der Abwertung des Rubels
  • den gegenseitigen Sanktionen
  • dem Abbruch von Geschäftsbeziehungen

Weniger als die Hälfte der Befragten sehen in den direkten Auswirkungen des Krieges, den Sanktionen, geringerem Umsatz in Russland und der Ukraine oder in der Verschiebung von Projekten, gravierende oder merkliche Auswirkungen.

Die Produktion des Maschinen- und Anlagenbaus verzeichnete im letzten Jahr ein Plus von 6,4 %. Der VDMA hat nun seine Prognose für das Jahr 2022 von + 7% (Stand Herbst letzten Jahres) auf + 4 % gesenkt. Das ist zum einen dem schwachen vierten Quartal 2021 geschuldet, zum anderen auch den Folgen des Krieges und der damit einhergehenden Verunsicherung von Maschinen- und Anlagenbauern sowie deren Kunden.

Nicht nur Ukrainekrieg bremst die Wirtschaft

In diesem Jahr bestehen weitere Risiken, deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung teilweise noch nicht abgeschätzt werden können. Inflation, die andauernde Pandemie, die Auseinandersetzung China-USA sind neben dem Krieg in der Ukraine Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen werden. Die wirtschaftliche Erholung wird durch Handelsunterbrechungen und den Anstieg der Energiepreise gebremst werden.

Kontinuierliche Lieferkettenengpässe

Zusätzlich besteht weiterhin das Problem der Lieferkettenengpässe, wobei jeder Dritte der Befragten „gravierende Schwierigkeiten“ feststellt und 42 % von „merklichen Behinderungen“ sprechen. Die Befragten zeigen eine pessimistische Einstellung mit Blick auf die kommenden drei Monate und mehr als die Hälfte geht davon aus, dass sich die Engpässe weiter verschärfen.

Die Engpässe bestehen hauptsächlich bei Elektronikkomponenten und Metallerzeugnissen, wobei im Bereich der Elektronikkomponenten 31 % der Befragten von Lieferverzögerungen um mindestens 6 Monate berichten und weitere 30 % von drei bis sechs Monaten Verzögerung. Mit einer Entspannung der Lage wird erst ab nächstem Jahr gerechnet, im Bereich der Metallerzeugnisse frühestens ab dem zweiten Halbjahr dieses Jahres. Hier sind ca. 30 % der Unternehmen von Verzögerungen von ein bis drei Monaten und 21 % von mindestens drei Monaten betroffen. Aufgrund dessen bestehen bei 82 % der Unternehmen Rückstände in der Produktion. „Die Hälfte der befragten Firmen berichten von einem Rückstand, der bis zu einer Monatsproduktion ausmacht“, so VDMA-Präsident Karl Haeusgen.

Fähigkeit sich immer wieder auf Krisen einzustellen

Ein großer Teil der Unternehmen plant in Zukunft ihre Versorgungssicherheit zu gewährleisten sowie ein breiteres Lieferantennetzwerk oder eine erhöhte Lagerhaltung aufzustellen. Trotz allem, rechnen 84 % der Unternehmen in diesem Jahr mit einem Umsatzplus.

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