Lieferengpässe in der Elektronikfertigung durch smartes Beschaffungsmanagement vorbeugen

Containerschiffe liegen im Hafen, Liefertermine für Waren werden nicht mehr eingehalten. Der anhaltende Rückstand und die stockende Lieferkette haben sich zu einer globalen Krise entwickelt.

Da die Lieferkettenkrise durch die Corona Pandemie verstärkt wurde, hoffen viele auf eine baldige Lösung. Aktuelle Entwicklungen, wie eine erhöhte Nachfrage, insbesondere nach Elektronik, sowie der Arbeitskräftemangel werden wahrscheinlich zukünftig noch bestehen und zur neuen „Post-Pandemie-Normalität“ werden. Daher ist es wichtig, die Resilienz in der Industrie in den Fokus zu rücken.

Um weiterhin erfolgreich zu bleiben hier einige Tipps für die Elektronikfertigung:

Frühzeitig auf die Beschaffung achten

Häufig wird die Lieferketten-Strategie isoliert und die Beschaffung als alleinige Verantwortung für die Fertigung angesehen. Eine intelligente Beschaffung und Bestandsplanung müssen vorgelagert werden – beginnend beim PCB-Layout-Design und der Engineering Phase der PCB-Produktion.

Beschaffungsorientiertes Design for Manufacturing (DFM)

Cloudbasierte DFM-Tools lassen sich in intelligente Beschaffungsdatenbanken integrieren und mit Webportalen von Komponentenanbietern verbinden. Designer können einfach auf Preis- und Verfügbarkeiten in Echtzeit zugreifen und Entwürfe, basierend auf der tatsächlichen Verfügbarkeit von Komponenten, erstellen sowie vorhandene Entwürfe auf Beschaffungs- und Bestandsdaten aktualisieren.

Flexible Designs ermöglichen flexibles Konstruieren

Die Situation in der Lieferkette ist äußerst dynamisch, Daten können sich im Minutentakt ändern und es entstehen immer schneller neue Designs, die sich auf die zu ändernden Beschaffungsmöglichkeiten beziehen.

Beschaffungsflexibilität ist hier das Stichwort. Um diese zu erreichen, müssen tragbare Produktdateien, herstellerunabhängige Designs und neutrale Maschinenformen erstellt werden. Sind Designs portabel und unabhängig, können Teile von verschiedenen Anbietern beschafft und Daten sofort vom NPI-Prozessteam des Zielstandorts importiert werden, um neue Programme und Dokumentationen für weitere Fertigungsumgebungen zu generieren.

Prognose des materiellen Bedarfs

Geht ein Teil unerwartet aus oder kann nicht sofort bestellt werden, führt das zu kostspieligen Engpässen. Um diese Materialknappheit zu vermeiden, benötigen Hersteller eine Möglichkeit Mängel vorherzusagen, um die erforderlichen Materialien im Voraus zu besorgen. Mit Hilfe von fortschrittlichen Materialverwaltungssystemen, die mit Fertigungsmaschinen verbunden sind, können Engpässe vermieden werden. Echtzeitdaten aus den Bestückungsmaschinen und intelligente Algorithmen können vorhersagen, welche Materialien und Komponenten benötigt werden und ermitteln, wo diese Teile zu beschaffen sind. Das Materialmanagement hilft Herstellern kostspielige Engpässe und Verzögerungen zu vermeiden.

Lieferkette der Zukunft mit smarter Beschaffung aufbauen

Die COVID-19-Pandemie wird irgendwann hinter uns liegen, doch die Lieferkette wird sich weiterhin verändern. Um die neuen Herausforderungen zu meistern und wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich in den frühen Phasen des PCB-Designs auf die Beschaffung konzentriert und flexible Designs entwickelt werden, die es Herstellern ermöglichen zwischen Anbietern und Lieferanten zu wechseln. Weiterhin ist die Vorhersage von bevorstehenden Engpässen wichtig, um Materialien rechtzeitig zu beschaffen. Moderne Tools unterstützen dies, indem Sie Silos aufbrechen und Daten zwischen den Phasen austauschen. Somit wird eine intelligente Beschaffung im Elektronikfertigungsprozess erreicht.